Attachment Parenting = auf dein Herz hören und deinem Kind vertrauen

… und unsere Erlebnisse damit

   

Emilias GEBURT

Über Attachment Parenting habe ich in der ersten Schwangerschaft noch nie gehört. Damals hatte ich erst begonnen mich ein wenig über alternative Sachen zu informieren. Meine Schwangerschaft verlief abgesehen von den ersten vier Monaten Übelkeit und der extrem starken Geruchsempfindlichkeit gegen fast alles, sehr gut. Die wundersame Geburt von Emilia ist für mich sehr schmerzhaft verlaufen und ich war in einem furchtbar beängstigtem Zustand vor dem was geschieht. Leider habe ich mich nicht viel mit alternativer Geburt auseinander gesetzt. Ich war dabei als mein liebes Patenkind von meiner lieben Cousine geboren wurde und das war für mich ausschlaggebend, das ich die Geburt meiner Kinder auch schaffen kann. Ich wollte vorher wissen was auf mich zukommt, obwohl es bei mir natürlich doch anders abgelaufen ist.

Ich bin sehr Dankbar dass ich meine liebsten Menschen und eine wunderbare Hebamme zur Unterstützung da hatte und die Geburt trotz PTA noch „natürlich“ verlief.

Das ist UNGLAUBLICH wie sich Mutter und Kind verbunden sind auch nach der Geburt! Ich merkte sofort, dass ich Emilia durchs leben begleiten möchte und ihr viel Fröhlichkeit schenken werde!

Eni´s GEBURT und HYPNOBIRTHING

Bei unserer lieben Eni habe ich mich besser auf die Geburt vorbereitet. Wir hatten vorher einen spannenden Hypnobirthing-Kurs gemacht und es hat mich für die Geburt relaxed und sicher fühlen lassen. Ich hatte zwar trotzdem eine kleine PTA aber die ganzen Wehen, besser gesagt die Geburtswellen konnte ich gut veratmen. Ich habe Musik gehört, war fröhlich und entspannt. 5 Minuten vor der Geburt habe ich sogar noch etwas zu Abend gegessen 🙂

Ich kann Hypnobirthing gewissenhaft an alle beängstigten Schwangeren empfehlen die unverkrampft in die Geburt gehen wollen 🙂

 

STILLEN und ESSEN

Stillen tut ja erstmal weh! Echt, ich dachte das ist ganz easy, aber, Manometer die ersten sechs Wochen mit Emilia tat es richtig weh. Bei Eni war es dann überhaupt nicht schlimm. Beide wurden sehr lange gestillt. Wobei sie im 4. oder. 5. Monat von mir große Gemüse- oder Obststücke zum Rumkauen bekommen hatten. Ca. ab dem 6. Monat wollte ich es mal mit selbstgemachtem Brei probieren, aber beide wollten lieber das Essen von meinem Teller haben, also haben sie das manchmal bekommen :).

Emilia habe ich mit 1,5 Jahren abgestillt als ich mit Eni schwanger war. Und Eni Lina habe ich mit fast 3 Jahren abgestillt. Wobei Eni es gerne noch länger gehabt hätte. Nach 2 Jahren Stillbeziehung hatte ich aber eine immer stärker werdende Abneigung dagegen und habe dann ein Jahr langsam abgestillt.

 

WINDELFREI

Beide wurden im Oktober geboren und ich ließ sie ab dem 2. oder 3. Monat wenn wir daheim waren meistens Windelfrei und ins Chinatöpfchen machen (geniale Erfindung!) sobald es Draußen wärmer wurde waren sie auch dann ohne Windeln unterwegs. Es ging oft in die Hose, aber noch öfter ins tolle Töpfchen. Ich hatte immer mehrere Wechselkleider dabei und habe beide nie mit den Baby-Feuchttüchern gesäubert, immer nur mit Wasser und beide waren nie wund.

Das tolle bei Windelfrei ist, das sobald sich dein Baby meldet, du als Mutter ein Gefühl dafür bekommst, ob es mal muss oder eher nicht. Du hast dann eine spezielle Verbindung zu deinem Baby und dein Baby weiss auch schon das es jetzt „machen“ kann wenn du es in die Hock-Position nimmst. Und wenn dein Baby nicht muss, dann wird er oder sie es dir schon deutlich zeigen 🙂

Damals wusste ich noch nicht so viel über Windelfrei. Meine Mutter hatte mir dazu geraten, da sie es selbst in Kasachstan so gemacht hatten (sie hatten ja nur alten Stoff als Windeln genutzt und waschen wolle man auch nicht ständig). Mittlerweile gibt es eine große Anzahl an Mütter die Babywindeln sehr früh schon weglassen.

 

SCHLAFEN

Unsere Töchter durften seid ihrer Geburt immer bei uns im Bett schlafen, sogar schon im Krankenhaus. Wir haben uns dann seid der Geburt unserer jüngeren Tochter Eni Lina ein großes Familienbett gebaut und schlafen bis jetzt noch darin. Also Co-Sleeping :).

Wir haben noch ein extra Bett für Emilia (oder eher für Gäste) und wenn sie mal darin Schlafen will dann macht sie es auch. Heute Abend (12. Feb. 2017) schlafen beide gerade auf dem Boden in ihren Schlafsäcken 🙂

Beide Mädchen hatten nach der Geburt zwei Monate lang, jeden Abend, eine Schreiphase. Wir haben den lauten Fön oder die Dunstabzugshaube angemacht (ein Rat meiner Hebamme), die Kinder gepuckt, getragen und geschaukelt, ich glaube das hat ihnen gut getan. Es war schon eine sehr herausfordernde Zeit und ich verstehe alle Eltern die kurz „Durchatmen“ müssen um dafür wieder Kraft zu haben.

Das „Schlaftraining“ hatte ich kurz mit Emilia versucht, mit dem Buch: Schlafen statt Schreien von Elizabeth Pantley aber nach dem fünften oder sechsten Versuch ließ ich es sein und legte sie einfach in das Tragetuch nachdem sie an der Brust eingeschlafen ist. Einem Baby das Schlafen beizubringen halte ich für quatsch, da sie doch schon auf ihre weise schlafen können!

SCHNULLER, KINDERWAGEN und IMPFUNG

Beide wollten im Schlaf gerne nuckeln. Emilia hatte manchmal meinen kleinen Finger genommen und Eni einen Schnuller, den nimmt Eni auch jetzt noch, mit ihren 3 Jahren, gern zum schlafen, was völlig in Ordnung ist.

Wir hatten einen Baby-Kinderwagen, aber er war erst in Gebrauch als Emilia acht Monate alt war und das auch nur manchmal vom Opa. Ich habe beide Mädels sehr viel im Tragetuch und später in der Manduca getragen. Sobald sie Sitzen wollten und das auch gut konnten, saßen beide gerne in einem schiebbaren Kinderfahrrad. Mittlerweile benutzen wir einen Doppelsitzer Fahrradanhänger und einen faltbaren Bollerwagen um uns durch die Gegend zu tingeln.

Emilia und Eni Lina sind nicht geimpft. Das haben wir bewusst so entschieden.

Sie gehen auch nicht in den Kindergarten, wie ihr mittlerweile wisst, weil sie nicht wollen.

 

ERZIEHUNG

Wir haben vieles über die Erziehung von Kindern aus den Medien und dem Umfeld mitbekommen, sind aber dann zu einem „alternativem Erziehungsweg“ mit den Kindern übergegangen. Wir glauben das Kinder eine Leitperson brauchen, aber ihnen das in gleichwertigen Gesprächen und beim Vorleben besser gezeigt werden kann. Da sind wir selbst manchmal noch am Lernen und ausprobieren, aber unsere Beziehung ist überwiegend Gleichwürdig. Also nicht: „Ich hab hier das Sagen“ sondern „Ich möchte mit dir zusammen eine Lösung für das Problem finden„. Und glaubt mir, die Kinder haben so einige gute Lösungen parat! Sie können fast alles mitbestimmen!

Ich habe gelernt, das „falsches Verhalten“ von den Kindern ein Signal dafür ist, dass wichtige Bedürfnisse von uns Eltern nicht erfüllt worden sind. Wir ignorieren dieses Verhalten nicht, sondern wir überdenken unser eigenes Verhalten um mehr über die Bedürfnisse von Emilia und Eni Lina zu lernen und diese so gut wie es uns möglich ist zu erfüllen. Strafe finden wir unproduktiv: Sie ist unfair, demütigend, verwirrend und lenkt unsere Kinder davon ab, das zu lernen, was sie wissen möchten. Statt dessen geben wir möglichst sanfte und respektvolle Anweisungen zum Zeitpunkt, an dem das Verhalten auftritt – so können Emilia und Eni ihr Tun einordnen.

Ich kann wirklich sagen, dass wir eine glückliche Familienbeziehung haben, indem wir gelernt haben unseren Kindern das wertvollste Geschenk, das wir ihnen als Eltern machen können, zu geben: „Vertraue deinen Kindern“

Natürlich gibt es stressige und schwierige Situationen in denen wir uns echt „warm anziehen“ müssen, aber durch die gemeinsamen Lösungen wachsen wir immer wieder über uns hinaus!

Das ist eine der wundervollsten Entwicklungen die ich bis jetzt gemacht habe und ich möchte dich hier Inspirieren auch einen guten Weg für dich und deine Familie zu finden – Nimm dir davon mit was dir zusagt!

Hast du noch Fragen oder Anregungen dazu? Mich würde auch mal deine Meinung zu Attachment Parenting interessieren. Erzähl mir doch was du schon damit erlebt hast? Oder gehst du einen anderen „Erziehungsweg“?

Alles Liebe

Olga

P.S. : Auf meinem Youtube Kanal erzähle ich euch mehr über Attachment Parenting. Schau dir einfach meine Playlist an 🙂

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